Geotagging zu Sehenswürdigkeiten eLC-Projekt 2014

Geotagging in Mödling bei ausgewählten Points of Interest

– ein Projekt des BG/BRG Mödling Keimgasse im Rahmen des e-Learning-Clusters Österreich

Das Projekt soll mit einem öffentlichen Informationsangebot zu Sehenswürdigkeiten in der Schulstadt Mödling einen Dienst für die Allgemeinheit anbieten. Es handelt sich um ein Schulentwicklungsprojekt am Schulstandort mit einer Veranstaltung zur vertikalen Vernetzung und besteht aus drei Abschnitten, wobei der erste im Schuljahr 2013/2014 abgeschlossen wurde.

  1. Recherche zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten und Umsetzung in Webseiten: Die auf unserem Webserver hinterlegten Informationen werden in responsiven Webseiten angeboten. Unter responsivem Webdesign versteht man die Entwicklung von Websites, die auf Eigenschaften des jeweils benutzten Endgeräts, vor allem Smartphones und Tablet-Computer, reagieren können. Die Informationen stehen auf Deutsch und Englisch sowie fallweise in weiteren Sprachen zur Verfügung. Eingebunden wird auch diverses audiovisuelles Material.
  2. Entwicklung einer App für mobile Endgeräte unter Nutzung von GPS-Daten: Das BG/BRG Keimgasse entwickelt eine App, die geografische Koordinaten (Längen- und Breitengrade) in der Nähe von ausgewählten Sehenswürdigkeiten als Geotag zur Verlinkung mit zugehörigen Informationsseiten am Webserver des BG/BRG Mödling Keimgasse einsetzt. Die am Smartphone zu installierende App liest mittels GPS die Koordinaten eines Handynutzers aus und verknüpft sie mit einer Positionsanzeige in einem Kartenausschnitt sowie einem Link zur Informations-Webseite. Da die App auf Basis von HTML 5 entwickelt wird, steht sie für jedes Handy-Betriebssystem zur Verfügung.
    Der Nutzer kann mit dem Handy in einem bestimmten Toleranzbereich rund um eine Sehenswürdigkeit zielgerichtete Informationen abrufen und erhält auch Links bzw. Wegangaben zu weiteren Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Das Service richtet sich primär an alle interessierten Personen, insbesondere an Touristen.
  3. Entwicklung einer Online-Rätselrallye u.a. für Kinder, Jugendliche und Schulen: Parallel dazu soll eine kindgerechte Version angeboten werden. Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche sowie Schulen, insbesondere dritte Klassen Volksschule im Rahmen des Sachunterrichts. Ein Online-Quizz soll eine aktive Teilnahme bzw. einen Wettbewerb ermöglichen. Dieser Projektteil wird in vertikaler Kooperation mit einer Mödlinger Volksschule entwickelt und getestet. Partnerschule: Karl Stingl-Volksschule Mödling.

Projektleitung: OStR Mag. Peter Karanitsch, MMag. Carina Lenotti, Mag. Gertrud Krenn

 

Projektablauf 2013/2014

Das Projekt wurde fächerübergreifend in Informatik, Deutsch und Geschichte aber auch zum Teil in Biologie bzw. Englisch über mehrere Wochen mit 19 Schülerinnen und Schülern einer 9. (bzw. 8.) Schulstufe durchgeführt.

Zunächst wurde den Schülerinnen und Schülern der 5M Mitte Februar 2014 das Projekt „Sehenswürdigkeiten in Mödling via Geotag“ vorgestellt. Zunächst wurden Teamgruppen aus meist zwei Personen gebildet und die Sehenswürdigkeiten einvernehmlich aus einem Pool von Themen ausgewählt und verteilt. An einem Vormittag im Februar wurden in 4 Schulstunden gemeinsam mit den Deutsch- und Geschichtelehrern erste Informationen zu den einzelnen Themen gesammelt.

Die ausgewählten „Points of Interest“ sind (Links zu den Webseiten folgen):

  • Awarisches Gräberfeld an der Goldene Stiege
  • Bahnhof Mödling (Südbahn und Flügelbahn nach Laxenburg)
  • Eichkogel – Naturschutzgebiet
  • Elektrische Bahn Mödling – Hinterbrühl
  • HTL Mödling
  • Husarentempel
  • Krankenhaus Mödling
  • Mautswirtshaus Mayer
  • Wasserversorgung Mödlings, Prießnitztal, Eisen-Mineralbad
  • Aquädukt in Mödling / Die Wiener Hochquellwasserleitung

 

Nach einer dreiwöchigen Phase des eigenständigen Recherchierens folgte ein Vormittag, an dem diverse Literatur gesichtet und Informationen gesammelt wurden. Da die Ergebnisse des Projekts im World Wide Web veröffentlicht werden, wurde den Schülerinnen und Schülern die Problematik des Copyrights und des Urheberrechts besonders bewusst gemacht. Ein nachmittäglicher Besuch im Mödlinger Museum folgte, um weitere Quellen zu sichten bzw. zusammen zu tragen.

Parallel dazu wurden im Informatikunterricht die Grundlagen gelernt, um die zusammengestellten Informationen mit Hilfe von „responsive Webdesign“ in Websites umwandeln zu können.

In einigen der darauffolgenden Deutsch-, Geschichte- und Biologiestunden beschäftigte sich jede Gruppe mit ihren Infotexten.

An einem weiteren Informatik-Projekttag (6 Schulstunden) wurde vor allem an der Erstellung bzw. Fertigstellung der Websites gearbeitet, um diese und das Projekt Mitte Juni bei der „Nacht der Talente“ präsentieren zu können. (Die „Nacht der Talente“ ist eine alljährliche Veranstaltung an der Keimgasse, wo Schülerinnen und Schüler Gelegenheit haben, vor Mitschülern, Eltern, Verwandten und vor der Öffentlichkeit Vorträge und Präsentationen halten können oder Experimente vorführen.)

 

Im Laufe des Projekts sammelten die Schüler und Schülerinnen verschiedene Erfahrungen:

  1. Recherche unter Beachtung des Urheberschutzes und des Copyrights: Die Suche nach dem Urheber einiger Bilder oder Grafiken gestaltete sich nicht immer einfach bzw. war nicht eindeutig genug festzustellen, sodass man sich für ein anderes ähnlich aussagekräftiges Bild entscheiden musste. Oder man fand den Urheber der Bilder und holte schriftlich eine Benutzungsgenehmigung ein, um das Bild oder die Grafik in der Website verwenden zu können.
  2. Bildbearbeitung und Erstellung bzw. Bearbeitung audiovisueller Medien: In den meisten Fällen waren die Bilder durch Bildbearbeitungssoftware zu korrigieren und anzupassen, vor allem hinsichtlich ihrer Größe.
  3. Datenauswahl und sprachliche Umsetzung: Die Auswahl der Daten gestaltete sich je nach Thematik bzw. Sehenswürdigkeit unterschiedlich herausfordernd. Trotz Bereitstellung einschlägiger Literatur fiel es den Schülern nicht leicht, Prioritäten zu setzen oder aussagekräftige Bilder bzw. Grafiken zu finden. So entschied sich manch einer auch zur Selbsterstellung von Daten.
  4. Nachdem der Informationstext gestaltet worden war, wurden die Websiteinhalte ins Englische übersetzt.
  5. Umsetzung der Daten in Webseiten, unter Berücksichtigung mobiler Endgeräte: Reaktionsfähige Websites gestalten und umsetzen durch responsives Webdesign
  6. Präsentation der Arbeiten bei der „Nacht der Talente“ am Donnerstag, 12.6.2014

projektpraesentation 01

projektpraesentation 02

Fazit und Blick in die Zukunft

Das Projekt ist von den Teilnehmern bisher sehr gut angenommen worden, sicher auch aufgrund der vielen praktischen Aspekte und der nachhaltigen, öffentlichen Wirksamkeit. Der Umfang und die Vielseitigkeit machen es auch erforderlich, dass das Projekt laufend weiterentwickelt werden wird. So werden noch folgende Aspekte in die Websites einfließen und diese weiter verändern und ergänzen:

  • Entwicklung eines kindgerechten Quiz in Kooperation mit Volksschulen
  • Programmierung der Handy-App, die per Geotagging das mobile Endgerät eines Nutzers mit den Webseiten auf unserem Webserver verbinden wird
  • Tests der App und allfällige Anpassungen
  • Kooperation mit Partnerschulen, Betreuung von Kindern und Jugendlichen während eines Test-Parcours.

 

Der e-Learning-Cluster eLC 2.0

Abschließend sei noch vermerkt, dass das Projekt – wie viele andere in den Jahren davor – durch die Teilnahme unserer Schule am e-Learning-Cluster Österreich ins Leben gerufen wurde. Der eLC ist der Zusammenschluss zahlreicher Schulen aus verschiedenen Schultypen mit dem gemeinsamen Ziel, Computer und elektronische Medien in einem optimalen didaktischen Rahmen in den Regelunterricht zu integrieren. Wir freuen uns, dass unsere Schule mit dem vorliegenden Projekt einen nachhaltigen, werbewirksamen Auftritt in der Öffentlichkeit haben wird. Eine entsprechende Präsentation ist nach Fertigstellung der noch offenen Module geplant.

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Unser Projekt ist gleichzeitig eine Gelegenheit, die in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannten Leistungen des e-Learning-Clusters anzusprechen. Der eLC 2.0 wurde vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur ins Leben gerufen. Er ist an oberster Stelle der österreichischen Schulhierarchie an den bildungspolitischen Weichenstellungen für die Entwicklung einer modernen Schule beteiligt:

  • Förderung der Akzeptanz von e-Learning in der Politik und an den Schulen
  • Bereitstellung von finanziellen Mitteln
  • Organisation von Hard- und Softwarebeschaffung
  • Aufbau einer Clusterstruktur, Planung und Durchführung von Treffen der beteiligten Schulen
  • Entwicklung von didaktischen Zielen
  • Ermöglichung von Erfahrungsaustausch der Schulen untereinander
  • Förderung von Kooperation und Projekten.

Näheres zum e-Learning-Cluster erfahren Sie hier: Zur Webseite des eLC 2.0

 

OStR Mag. Peter Karanitsch / Mag. Gertrud Krenn