Drehtürmodell

Drehtürmodell

Das „Drehtürmodell“ beruht auf einem Konzept des amerikanischen Forschers im Bereich der „gifted education“ Joseph Renzulli. Joe Renzulli lehrt und forscht zur Zeit an der Universität Connecticut (USA) im Bereich Identifikation und Einschätzung von Begabten.

Was ist das Drehtürmodell?

Das Prinzip beruht darauf, dass ein Schüler, eine Schülerin mit Einverständnis des/der Lehrers/in für einen vorher vereinbarten Zeitraum seine/ihre Klasse verlässt und sich in einem von ihm/ihr selbst gewählten Themenbereich eigenständig vertieft oder Unterrichtsstunden in einer höheren Klasse besucht. Das Modell bietet Platz für vielfältige individuelle und kreativeGestaltungsmöglichkeiten, auch im Sinne einer Öffnung von Schule nach außen. Die SchülerInnen können zwischen dem normalen Unterricht und der individuellen Interessens- und Begabungsförderung wechseln, daher die Bezeichnung „Drehtürmodell“ („Revolving Door Model“). Bei der Teilnahme an diesem Projekt sind folgende Rahmenbedingungen einzuhalten:

  • Die Teilnahme an dieser Fördermaßnahme ist freiwillig: das Projekt kann jederzeit von beiden Seiten abgebrochen werden (aufgrund von Überforderung, Änderung der Interessen, Verletzen der Rahmenbedingungen,…).
  • Jede(r) Teilnehmer(in) arbeitet entweder selbstständig und unbeaufsichtigt an seinem Projekt an einem vorher vereinbarten Ort (z.B.: Bibliothek, Aula,…) oder nimmt an Unterrichtsstunden in einer höheren Klasse teil.
  • Der Lernprozess  wird dokumentiert (E-Portfolio), das Ergebnis des selbstständigen Projekts soll nach Möglichkeit auch vor Publikum präsentiert werden (z.B.: bei der Langen Nacht der Talente, vor der Klasse, in einem Portfolio…).

Hier einige Beispiele (nicht nur aus diesem Jahr):

  • Ein Schüler der 4. Klasse besucht seit der dritten Klasse den Russischunterricht in der Oberstufe. In dieser Zeit versäumte Unterrichtsinhalte holt er selbstständig nach.
  • Eine Schülerin der 6. Klasse belegt zusätzlich zur Fremdsprache Französisch (=Kernfach) die zweite Fremdsprache Russisch (=Zwei-Sprachen-Modell)
  • Ein Schüler der dritten Klasse Realgymnasium besucht den Artslabunterricht der Parallelklasse des Gymnasiums.
  • Ein Schüler des Gymnasiums nimmt an den Laborübungen des Realgymnasiums teil.
  • Eine Schülerin der 7. Klasse des Gymnasiums absolviert den DG-Unterricht des Realgymnasiums.
  • Schüler der Unterstufe bereiten sich bereits auf die Teilnahme an Olympiaden vor, indem sie den Vorbereitungskursen beiwohnen.
  • Eine Schülerin der 4. Klasse schreibt einen Roman über Jugendliche in Nagasaki im 2. WK, der auf historischen Fakten beruht – die Zeit außerhalb des Regelunterrichts nützt sie in erster Linie für Recherchen.
  • 4 Schüler aus zwei 4. Klassen schreiben gemeinsam an einem Fantasyroman.

Betreuer im Drehtürmodell:
Bei der Durchführung des Drehtürmodell kann dich grundsätzlich dein Klassenvorstand betreuen. Für Erstgespräche ist es aber sinnvoll dich an das Team der Begabungsförderung zu wenden:
Mag. Martin Seitz
Mag. Dagmar Wurzer

Kontakt: begabung@keimgasse.at

Hier können Sie den Informationsfolder zum Drehtürmodell downloaden!