Römer, Regen und Ruinen – Projekttage der 6C und 6M auf den Spuren der Babenberger am Limes

Am Montag, den 25. 6. 2018, starteten die Schülerinnen und Schüler der 6CG und 6M – 36 Jugendliche mit 36 schweren Rucksäcken und schweren Zelten – gemeinsam mit Herrn Prof. Florian Kaiser am Bahnhof Mödling ihre Projekttage, um mit dem Zug die Reise nach Krems und damit dem Ausgangsort für ihre Erkundungstouren anzutreten.

Wer Näheres dazu wissen möchte, ist herzlich eingeladen, diesen ausführlichen Bericht zu lesen.

Nach zweimaligem hektischem Umsteigen am Bahnhof Wien-Meidling und in Sankt Pölten und einer eineinhalbstündigen Zugfahrt erreichten wir zwar den Bahnhof in Krems, jedoch nicht unser Ziel. Der Weg zum Campingplatz erwies sich nämlich als etwas kompliziert, weshalb uns glücklicherweise ein Ortskundiger den Weg wies. So gelangten wir schließlich in unser „Quartier“ – auf eine große grüne Wiese im Donaucampingpark Krems, wo wir unsere Zelte aufstellten. Frau Prof. Elisabeth Riegler stieß während der Zugfahrt zu uns; Herrn Prof. Martin Seitz, der mit dem Auto angereist war, trafen wir jedoch erst am Campingplatz. Dorthin wurden uns auch um 12:00 Uhr unsere Leihräder geliefert, mit denen wir fortan den Weg – meistens den Donauradweg – bestritten.

So fuhren wir also zuerst nach St. Lorenz und anschließend weiter nach Bacharnsdorf, um uns dort jeweils einen Burgus anzusehen. Diese Burgi hatten die Funktion eines Wachturms und waren Bestandteil der nördlichen Außengrenze des Römischen Reichs – des Donaulimes. Anschließend drehten wir um und begaben uns mit den Rädern nach Mautern, wo wir eine kurze Stärkung im Supermarkt kauften, bevor wir uns das Römermuseum in Mautern ansahen. Spannend waren dort natürlich zum einen die Ausstellungsstücke, aber auch ein Playmobil-Set zum Spielen sowie der Nachbau einer römischen Rüstung zum Anprobieren sorgten für Begeisterung. Die Führung endete mit der Besichtigung der Überreste des Kastells Favianis, das zu den am besten erhaltenen Anlagen seiner Art nördlich der Alpen zählt. Nach circa 40 Kilometern Radfahren ging es dann zurück zum Campingplatz, wo wir uns für das Abendessen, das wir in einer Pizzeria zu uns nahmen, fertig machten. Danach begaben wir uns noch auf einen kleinen nächtlichen Spaziergang durch den Stadtteil Stein, bevor wir schließlich erschöpft in unsere Schlafsäcke stiegen.

Am Dienstag wurden die meisten von uns schon sehr früh geweckt. Das lag vor allem an den zwitschernden Vögeln und den Zeltwänden, die man nicht gegen die früh aufgehende Sonne abdunkeln konnte. Um 8:00 Uhr hatten dann schon alle gefrühstückt und wir waren aufbruchsbereit. Die erste Station war die Stadt Dürnstein, wo wir zuerst das Wahrzeichen der Stadt – das Stift Dürnstein – im Rahmen einer Führung besuchten. Wir erfuhren dort nicht nur viel Wissenswertes zu der Geschichte dieses Barockbaus, sondern übersetzten sogar einzelne Inschriften. Mit dem Übersetzen ging es dann auch weiter, als wir zu Fuß den Aufstieg zur Ruine Dürnstein gemeistert hatten und uns einem Text von Radolfus von Diss widmeten, der die Gefangennahme von Richard Löwenherz beschreibt. Der englische König soll dort nämlich von Leopold V. gefangen gehalten worden sein.

Der weitere Weg führte uns nach Willendorf, wo wir uns das Museum und den Fundort der weltberühmten Venus von Willendorf ansahen. Von dort hatten wir auch einen sehr guten Blick auf die Ruine Aggstein, zu der wir bei dieser Gelegenheit die Sage „Die Hunde von Kuenring“ von Mitschülern vorgetragen bekamen. Nachdem wir mit der Fähre das Donauufer gewechselt hatten, machten wir uns auf dem Rückweg zurück zum Campingplatz. Dabei wurden wir leider von einem Unwetter überrascht. Die Zelte erreichten wir also völlig durchnässt, was dazu führte, dass jeder sofort heiß duschen wollte, was wiederum für Wartezeiten vor den insgesamt nur acht Duschkabinen sorgte. Schließlich machten wir uns also aufgewärmt und zum Glück nicht mehr im Regen wieder in die Stadt auf, um diesmal in einem Gasthaus unser Abendessen zu bekommen. Nach diesem Tag mit ungefähr 50 gefahrenen Kilometern waren wir alle sehr erschöpft und froh, als wir kurz nach elf in unsere Schlafsäcke schlüpfen konnten.

Am Mittwoch war den meisten von uns nach dem Unwetter vom Vortag die Lust auf das Radfahren bereits vergangen, weshalb die 45 Kilometer lange Strecke nach Tulln mit dem Zug bewältigt wurde. Lediglich sechs Jugendliche und Herr Prof. Seitz waren motiviert und mutig genug, die Strecke mit dem Rad zu fahren, und sie blieben glücklicherweise von Unwettern verschont. Während also ein kleiner Teil der Gruppe mit dem Rad fuhr, war der andere Teil schon in Tulln und sah sich unter anderem in der Stadt den Karner, die Stephanskirche und das Nibelungendenkmal an. Die Wiedervereinigung fand dann vor dem Römermuseum statt. Für diesen Tag waren auch Frau Prof. Andrea Wagner und Frau Prof. Silvia Krumpholz-Pichler zu uns gestoßen, Frau Prof. Riegler hingegen musste bereits die Heimreise antreten. Vor der Besichtigung des Museums übersetzen wir passend zu dem nur wenige Meter entfernten Marc-Aurel-Denkmal einen Text aus der „Historia Augusta“, der Marc Aurels Krieg gegen die Germanen beschreibt. Mit entsprechendem Hintergrundwissen sahen wir uns nun das Museum an und übersetzen auch dort mehrere lateinische Inschriften. Anschließend schauten wir uns noch den „Salzturm“ an, der zu den wenigen vollständig erhaltenen antiken Gebäuden nördlich der Alpen zählt. Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir schließlich alle mit dem Zug nach Klosterneuburg, wo wir eine Führung durch das Stift erhielten. Dabei erhielten wir einen Überblick über die Geschichte des Stifts sowie über die Geschichte der Babenberger. Außerdem sahen wir den Schleier, den Leopold III. der Legende nach neun Jahre, nachdem dieser verloren gegangen war, wiedergefunden haben soll. Schließlich konnten wir uns glücklicherweise auch noch den Marmorsaal, den Erzherzogshut und den Verduner Altar ansehen, bevor es mit dem Zug zurück nach Krems ging. Das Abendessen bekamen wir wieder in der Pizzeria, und der Tag endete mit einem Spaziergang zur Gozzoburg, die eines der bedeutendsten Gebäude Niederösterreichs im gotischen Stil ist.

Der Donnerstag war der Tag der Abreise, und unglücklicherweise regnete es am Campingplatz die ganze Zeit über. Die Zelte mussten deshalb im Regen abgebaut werden, und auch auf dem Weg zum Bahnhof Krems wurde das Gepäck nass. Um 12:00 Uhr erreichten wir schließlich den Bahnhof Mödling, wo es zur Freude aller nicht regnete.

Insgesamt war es trotz des Regens ein sehr gelungenes und interessantes Programm, bei dem auch die sportliche Betätigung nicht zu kurz kam. Großes Lob und Dank gehen an Herrn Prof. Florian Kaiser insbesondere für die Planung und Organisation dieser großartigen Projekttage und an Herrn Prof. Martin Seitz, aber auch an alle anderen begleitenden Lehrer und Eltern, die zu diesem tollen Erlebnis beigetragen haben!

Begleitende Eltern: Montag: Herr Stockinger, Dienstag: Herr Flor

Text: Herwig Stockinger, 6M

Fotos: Laura Velija, MMMag. Florian Kaiser und Mag. Silvia Krumpholz-Pichler

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